Dialog über Land und Sicherheit in Caux: Wer Lösungen will, der findet sie auch

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Vom 11. bis 15. Juli fand im Schweizer Caux der diesjährige Dialog über Land und Sicherheit statt. Auch die Earthbeat Foundation war vor Ort. Dabei konnte sich unsere Mitarbeiterin davon überzeugen, dass es für jedes Problem immer auch eine Lösung gibt.

Während man in Deutschland noch darüber diskutiert, warum der Hamburger G20-Gipfel von Gewaltexzessen überschattet war, konnte sich Earthbeat-Mitarbeiterin Julia Gajewski beim Dialog über Land und Sicherheit im Rahmen desNachhaltigkeitsforums in Caux davon überzeugen: Lösungsorientiertes Engagement kommt ohne Gewalt aus. Zum sechsten Mal trafen offizielle Vertreter von Regierungen, Institutionen, Unternehmen, Medien und NGOs zusammen, um sich auszutauschen und Projekte vorzustellen. Auch Earthbeat-Gründerin Guya Merklewar vor einigen Jahren bereits zu Gast. Auch in diesem Jahr war die Veranstaltung geprägt von einer offenen und konstruktiven Atmosphäre, in der wieder einmal deutlich wurde: Es ist noch lange nicht zu spät ist, um sich mit den drängenden Problemen unserer Zeit auseinanderzusetzen!

Dialog über Land und Sicherheit: Strategien gegen die Endzeitstimmung

Caux ist ein kleines Schweizer Örtchen direkt an der Grenze zu Frankreich. Montreux liegt nur einen Steinwurf entfernt und wer den Weg ins hoch gelegene Dorf hinter sich gebracht hat, wird mit einem malerischen Ausblick über den Genfer See belohnt. Flutwellen, Dürreperioden, Klimaflucht: All diese Horrorszenarien scheinen weit weg. Dabei ist Caux gerade bei Nachhaltigkeitsexperten ein fester Begriff. Seit 2012 trifft man sich hier, um Lösungen für die drängenden Probleme unserer Zeit zu diskutieren. Hier geht es nicht um Schönmalerei, sondern darum, funktionierende Einzelprojekte aus der ganzen Welt zu einem Mosaik zusammenzusetzen und Inspiration und Sichtbarkeit zu erzeugen.

„Mir ist einmal mehr klar geworden, dass der große Pessimismus unserer Zeit auch daher kommt, dass die Menschen sich mit bereits existierenden Lösungen nicht auseinandersetzen. Die Schwarzmalerei ist in den meisten Fällen schlichtweg Ausdruck von Unwissen“, berichtet in Julia von ihren Eindrücken aus Caux. Es sei eine bereichernde Erfahrung gewesen, sich mit so vielen engagierten und hochkompetenten Menschen auszutauschen und sich inspirieren zu lassen. „Niemandem hier geht es um Wettbewerb. Wir alle kämpfen für das gleiche Ziel, jeder auf seine Art und Weise. Und wir lernen voneinander. Das ist für meine Arbeit sehr wichtig“, erklärt Julia. 

Unter den 140 Konferenzteilnehmer auf dem Dialog über Land und Sicherheit befanden sich Nachhhaltigkeitsexperten wie Severine von Tscharner Fleming, die sich mit ihrem Projekt ‚The Green Horns‘ für eine zukunftsorientierte Form der Landwirtschaft einsetzt. Oder Agroforestry Experte Patrick Worms, der sich mit der Rolle von Wäldern für die Agrarkultur auseinandersetzt. Auch der amerikanische Ökologe und Dokumentarfilmemacher John D. Liu war in Caux. In seinen Filmen widmet dieser sich bewusst den in den Leitmedien so unterrepräsentierten ‚guten Nachrichten.‘ So porträtiert sein 2009 erschienener Film Hope in a Changing Climate ein Projekt in China. In imposanten Bildern zeigt Liu, wie ein Gebiet so groß wie die Niederlande zu neuem Leben erweckt wird. Möglich wird dies durch moderne Techniken, die dem abgestorbenen Boden neue Nährstoffe liefern und fruchtbar werden lassen.

Wald für die Earthbeat-Bienen

Gerade dieses Thema ist bei unserer Mitarbeiterin auf besonders offene Ohren gestoßen. Klar ist: Wo nichts wächst, gibt es keine Perspektiven. Degradiertes Land ist das Schlagwort der Stunde. Durch den Abbau von Ressourcen, durch Monokulturen oder durch zu intensiv betriebene Landwirtschaft stirbt die Erde ab. Dabei konnte Julia sich darüber informieren, dass dagegen nicht nur ein Kraut, sondern ganze Wälder wachsen können. „Die Art und Weise, wie wir der Erde Ressourcen entziehen, führt dazu, dass ganze Landstriche unbewohnbar werden. Dann denkt man: So, das war‘s. Da lässt sich nichts machen. Aber dem ist nicht so. Es gibt wirkungsvolle Verfahren, die aus totgesagter Erde blühende Landschaften wachsen lassen.“ 

Das ist natürlich auch im Zusammenhang mit Minenfeldern eine gute Nachricht. Denn nicht nur bedarf eine industriell geförderte Feinunze Gold (ca. 31gr) gut 2700 Liter Wasser und den Energiebedarf einer vierköpfigen Familie für zehn Tage. Auch hinterlassen Chemikalien wie Quecksilber und Zyanid immense Schäden für Umwelt und Landwirtschaft. „Als ich mehr darüber erfahren habe, wie Landstriche wiederbelebt werden können, musste ich sofort an unser Heartbeat Honey Projekt in Uganda denken. Die Menschen vor Ort zu Imkern auszubilden, hilft dabei, sie unabhängig von der Arbeit in den Goldminen zu machen. Doch die Bienen brauchen Lebensraum. Wälder und Blütenpflanzen wieder anzupflanzen, die vorher für Minenflächen gerodet wurden, ist keine Utopie, sondern tatsächlich machbar. Auf diese Weise könnte den Minenarbeitern und ganzen Regionen eine neue Perspektive geboten werden“ , resümiert Julia. Das nachhaltige Wiederaufforstung sogar wirtschaftlich sinnvoll ist, käme langsam aber sicher auch bei Investoren an.

Umweltschutz bedeutet Sicherheit

Der Dialog über Land und Sicherheit findet seit 2012 im Rahmen des Caux Forums statt. Dort setzt  man sich seit mehr als 70 Jahren den akuten Problemen unserer Welt auseinander. Der thematische Fokus baut eine wichtige Brücke zwischen Umweltschutz und Sicherheitspolitik. Ein kollabiertes Ökosystem erzeugt Massenflucht und somit auch politische Konflikte. Immer mehr Menschen fliehen vor den Folgen des Klimawandels – auch nach Europa. In Caux diskutiert man Lösungen für strukturelle Probleme in den betroffenen Gebieten, um dem immer mehr eskalierenden Kampf um Ressourcen präventiv entgegenzuwirken. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten zusammen, um die Problemkomplexe in ihrer Vielschichtigkeit zu betrachten und einzelne Lösungsansätze zu kombinieren.


Dieser Artikel wurde erstmals am 25. Juli 2017 von Earthbeat Foundation veröffentlicht. Lese es hier.
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